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Triefenstein
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Contents
⢠Geografie
⢠Lage
⢠Geologie/Boden
⢠Nachbargemeinden
⢠Gewässer
⢠Geschichte
⢠Politik
⢠Bßrgermeisterin
⢠Marktgemeinderat
⢠Wappen
⢠Verkehr
⢠Bildung
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geografie
Lage
Triefenstein liegt am sĂźdlichen Ende des Landkreises Main-Spessart im Mainviereck. Der Main teilt den Markt. Der topographisch hĂśchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 303 m Ăź. NHN h-chster-punkt-des-marktes-triefenstein(Lage)49.805159.65265 am Husarenberg an der B 8 sĂźdlich von Tiefenthal, der niedrigste liegt im Main auf 138 m Ăź. NHN niedrigster-punkt-des-marktes-triefenstein(Lage)49.779479.5595.
Geologie/Boden
Auf der rechtsmainischen Seite liegt auf Sandstein fruchtbarer Acker-LĂśĂboden, auf der linksmainischen Seite beginnt mit dem Muschelkalk die zweite Schicht des unterfränkischen Schichtstufenlandes. Die Bodenbeschaffenheit spiegelt sich in der Nutzung der jeweiligen Flächen wider: Auf der rechtsmainischen Seite Ăźberwiegt ertragreicher Ackerbau, auf der linksmainischen Seite wird der Muschelkalk fĂźr den Weinbau genutzt. Das Zementwerk baut seit Ăźber 100 Jahren das Kalkgestein ab.cite-ref-3[3]
Gemeindegliederung
Der Sitz der Verwaltung der Marktgemeinde befindet sich im Gemeindeteil Lengfurt.
FĂźnf Gemeindeteilecite-ref-4[4]cite-ref-5[5] verteilen sich auf die vier Gemarkungen der ehemaligen Gemeindencite-ref-ot-6-0[6] (ehemalige, bis zum 30. April 1978 bestehende Gemeinden):
Nachbargemeinden
Gewässer
Siehe auch
:
Homburg am Main#Gewässer
Siehe auch
:
Rettersheim#Gewässer
Siehe auch
:
Trennfeld#Gewässer
Geschichte
Vor der GrĂźndung der Gemeinde
Die im Hochmittelalter gegrßndete Burg Neuenburg, eine zweiteilige Burg, die aus Turmhßgel und Hauptburg besteht, liegt etwa 750 Meter nÜrdlich des Klosters Triefenstein und ist nur als Burgstall in geringen Resten erhalten, kann aber entlang des Triefensteiner Kulturweges erwandert werden. Vermutlich von den Herren von Reinstein, Ministerialen der BischÜfe von Wßrzburg, gegrßndet, wurde sie im 13. und 14. Jahrhundert zweimal zerstÜrt und fand schon 1594 im Pfinzing-Atlas nur noch als Alt-Purgstal (abgegangene Burg) Erwähnung.
Das 1102 gegrĂźndete Kloster Triefenstein (mit Rettersheim) und Trennfeld fiel im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an die Grafen LĂśwenstein-Wertheim und kam 1806 im Zuge der Mediatisierung der kleineren Adelsherrschaften zum FĂźrstentum Aschaffenburg. Das Amt Homburg des Hochstifts WĂźrzburg fiel 1803 gegen Rente an Bayern und 1805 an das GroĂherzogtum WĂźrzburg. Zwischen 1814 und 1816 kamen dann alle heutigen Gemeindeteile zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Rettersheim, Homburg am Main, Lengfurt und Trennfeld. Diese wurden 1978 bei der Gemeindegebietsreform zusammengeschlossen.cite-ref-gemeindeverzeichnis1970bis1982-8-0[8] Ihre Geschichte ist Ăźber sechs Jahrhunderte hinweg eng mit dem Augustiner-Chorherrenstift Triefenstein verknĂźpft, das Pate fĂźr den neuen Namen der Gemeinde stand.
Homburg, die Burg hoch Ăźber dem Main, 993 erstmals urkundlich erwähnt, stellte einen wichtigen AuĂenposten in der Machtpolitik der WĂźrzburger BischĂśfe dar. Lengfurt, die lange Furt, kam mit der KlostergrĂźndung Triefensteins 1102 ins Licht der Geschichte. Rettersheim, vermutlich die frĂźhe fränkische Siedlung eines âRadheriâ, wurde 1284 fassbar. Trennfeld, frĂźher Trieffenvelt (das triefende Feld), zählte als Reichsgut zur Grundausstattung des 1007 gegrĂźndeten Bistums Bamberg.
Das Wappen des Marktes Triefenstein zeigt im unteren Teil zwei gekreuzte SchlĂźssel. Sie sind dem Wappen des gleichnamigen Klosters entnommen, dessen Kirchenpatrone Peter und Paul sind. Petrus wurden nach katholischer Lehre die SchlĂźssel zum Himmelreich Ăźbertragen. Die Alt- und FernhandelsstraĂe Via Publica Ăźberquerte dort, am FuĂe des Klosters, den Main â eine SchlĂźsselstelle, sowohl bezogen auf die SchlĂźssel im klĂśsterlichen Wappen als auch auf die Via Publica, die dort, vermutlich schon 839, entstand.
Die erste MainbrĂźcke wurde 1904 bei Lengfurt errichtet.
Mindestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts waren jĂźdische Familien im Ortsteil Homburg ansässig, die eine jĂźdische Gemeinde bildeten und 1873 ihre Synagoge errichteten. Erst nach den Novemberpogromen von 1938, am 25. Dezember, brannten SA-Männer das Gotteshaus nieder. Am später dort errichteten Geschäftshaus MaintalstraĂe 26 erinnert eine Gedenktafel an dieses Geschehen.cite-ref-9[9]
GemeindegrĂźndung
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 wurden der Markt Homburg am Main sowie die Gemeinden Lengfurt, Trennfeld und Rettersheim aufgelĂśst und zum Markt Triefenstein vereinigt.cite-ref-gemeindeverzeichnis1970bis1982-8-1[8] Trennfeld trug mit dem auf seinem Gebiet gelegenen Kloster Triefenstein den Namen der neuen Gemeinde bei, der frĂźhere Markt Homburg den Titel Markt, während Lengfurt als grĂśĂter Ort Sitz der neuen Gemeinde wurde.
Einwohnerentwicklung
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 3521 auf 4380 um 859 Einwohner bzw. um 24,4 % â der hĂśchste prozentuale Zuwachs im Landkreis Main-Spessart im genannten Zeitraum.
| Jahr | Einwohnerzahl | Differenz in % pro Jahr |
|---|---|---|
| 1961 [ 8 ] | 4333 | â |
| 1970 [ 8 ] | 3502 | â 2,1 % |
| 1987 | 3530 | Âą 0,0 % |
| 1991 | 3754 | + 1,6 % |
| 1995 | 4005 | + 1,7 % |
| 2000 | 4201 | + 1,0 % |
| 2005 | 4363 | + 0,8 % |
| 2010 | 4340 | â 0,1 % |
| 2015 | 4332 | Âą 0,0 % |
Politik
BĂźrgermeisterin
Erste Bßrgermeisterin ist seit 1. Mai 2020 Kerstin Deckenbrock (Aus Vier mach Wir). Bei der Stichwahl am 29. März 2020 wurde sie mit 65,3 % der Stimmen gewählt.cite-ref-bgm-2-1[2]
Nach der Kommunalreform wurde der vormalige Lengfurter BĂźrgermeister Friedrich Cremer (SPD) (1920â2010) der erste BĂźrgermeister des Marktes Triefenstein.
| BĂźrgermeister | von | bis |
|---|---|---|
| Friedrich Cremer (SPD) | 1978 | 1981 |
| Rudolf Scheurich (Freie BĂźrger) | 1981 | 1990 |
| Lothar Huller (SPD) | 1990 | 1996 |
| JĂźrgen Nolte (CSU) | 1996 | 2008 |
| Norbert Endres (CSU) | 2008 | 2020 |
| Kerstin Deckenbrock (Aus Vier mach Wir) | 2020 | |
Marktgemeinderat
Der Marktgemeinderat besteht aus der ersten BĂźrgermeisterin und den Marktgemeinderatsmitgliedern.
Die Kommunalwahlen von 2002 bis 2020 fĂźhrten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:
| Partei / Liste | 2002 [ 10 ] | 2008 [ 11 ] | 2014 [ 12 ] | 2020 [ 13 ] |
|---|---|---|---|---|
| CSU | 7 | 6 | 7 | 5 |
| Freie BĂźrger | 4 | 5 | 5 | 5 |
| SPD | 5 | 5 | 4 | 3 |
| Aus Vier mach Wir | - | - | - | 3 |
| Gesamt | 16 | 16 | 16 | 16 |
Wappen
Gemeindepartnerschaft
Es besteht seit 2013 eine Partnerschaft mit Vassy in Frankreich,cite-ref-15[15] die seit 2016 von Valdallière fortgefßhrt wird.
Bau- und Bodendenkmäler
â
Hauptartikel
:
Liste der Baudenkmäler in Triefenstein
und
Liste der Bodendenkmäler in Triefenstein
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft einschlieĂlich Land- und Forstwirtschaft
Nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft gab es 1988 sechs, im produzierenden Gewerbe 673 und im Bereich Handel und Verkehr 95 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 93 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1503. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 56 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1100 ha, davon waren 956 ha Ackerfläche und 105 ha Dauergrßnfläche.
Verkehr
Triefenstein ist Ăźber die Bundesautobahn 3 Frankfurt-WĂźrzburg (Anschlussstellen Marktheidenfeld und Wertheim-Lengfurt) zu erreichen. Die Bahnstrecke LohrâWertheim fĂźhrte von 1881 bis 1991 durch Trennfeld. Seit 1954 ist Trennfeld auch Ăźber die MainbrĂźcke Lengfurt, deren Vorgängerbau von 1904 bis 1945cite-ref-16[16] stand, erreichbar.
Bildung
Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2020):
⢠vier Kindertageseinrichtungen mit zusammen 246 Plätzen und 183 Kindern
⢠eine Grundschule mit neun hauptamtlichen Lehrkräften und 137 Schßlern (SJ 2019/2020)cite-ref-17[17]
PersĂśnlichkeiten
Mit Triefenstein verbunden sind:
⢠Burkard (683â755), war ein aus SĂźdwestengland stammender MĂśnch, der Anfang 742 von Bonifatius zum ersten Bischof von WĂźrzburg eingesetzt wurde. Er verstarb 755 in Homburg am Main.
⢠Giuseppe Appiani (1706â1785), Freskenmaler in der Augustinerklosterkirche Triefenstein.
⢠Friedrich Cremer (1920â2010), Arzt, BĂźrgermeister und Gemeinderat in Triefenstein.
⢠Michael Fuchs (* 1982), Badmintonspieler aufgewachsen in Lengfurt.
⢠Armin Grein (1939â2024), bayerischer Politiker (Freie Wähler), Volksschullehrer in Trennfeld in den 1960er Jahren.
⢠LÜw Homburger (um 1722), Karlsruher Bankier aus Homburg.
⢠Charles William Kahles (1878â1931), US-amerikanischer Comiczeichner und -autor.
⢠Emil Killinger (1851â1902), badischer Verwaltungsjurist.
⢠Lino Salini (1889â1944), Karikaturist, verbrachte seine letzten Jahre in Homburg am Main.
⢠Erika Spann-Rheinsch (1880â1967), Ăśsterreichische Dichterin.
⢠Folmar von Triefenstein (â 1181), frĂźhscholastischer Theologe, seit etwa 1147 Probst des Augustiner-Chorherrenstiftes Triefenstein.
⢠Januarius Zick (1730â1797), Maler des Spätbarocks, malte Fresken in der Augustinerklosterkirche Triefenstein.
Literatur
⢠Johann Kaspar Bundschuh: Triefenstein. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: SâU. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 578â580 (Digitalisat).
Weblinks
Commons
: Triefenstein
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Triefenstein
â ReisefĂźhrer
⢠Markt Triefenstein
⢠Triefenstein: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes fßr Statistik
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-by-11. Einwohnerzahlen â Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern â Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt fĂźr Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
cite-note-bgm-22. Bekanntmachung. (PDF) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 3. Mai 2020; abgerufen am 3. Mai 2020 (Abgerufen Ăźber www.markt-triefenstein.de.).
cite-note-33. â Weg 1 Tafel 2â4 RĂśmischer Ursprung â die Via Publica. Auf: tourismus-triefenstein.de, abgerufen am 25. April 2015.
cite-note-44. â Markt Triefenstein in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Juli 2020.
cite-note-55. â Markt Triefenstein, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium fĂźr Digitales, abgerufen am 17. November 2020.
cite-note-ot-66. â Ortsteile. Auf: markt-triefenstein.de, abgerufen am 25. April 2015.
cite-note-72. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis fßr Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. Mßnchen 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 892 (Digitalisat).
cite-note-gemeindeverzeichnis1970bis1982-88. â Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis fĂźr die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und SchlĂźsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-99. â Gedenkstätten fĂźr die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 195
cite-note-gemrwahl2002-103. Bayerisches Landesamt fßr Statistik und Datenverarbeitung: Wahl der Gemeinderäte in den kreisangehÜrigen Gemeinden in Bayern 2002 nach Gemeinden. (online [abgerufen am 8. Oktober 2013]).
cite-note-gemrwahl2008-114. Gemeinde Triefenstein: Gemeinderatswahl. (online [abgerufen am 23. September 2013]).
cite-note-gemrwahl2014-125. Gemeinde Triefenstein: Gemeinderatswahl. (online [abgerufen am 1. Mai 2014]).
cite-note-gemrwahl2020-136. Bekanntmachung des abschlieĂenden Ergebnisses der Wahl des Marktgemeinderats am 15.03.2020. (PDF) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 3. Mai 2020; abgerufen am 3. Mai 2020 (Abgerufen Ăźber www.markt-triefenstein.de.).
cite-note-wappen-147. Wappen von Triefenstein in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
cite-note-1515. â Gemeinde Triefenstein: Partnerschafts-Urkunden-Unterzeichnung. 2013 (online [abgerufen am 31. August 2013]).
cite-note-1616. â Edith MĂźller/Horst Otremba: Lengfurter MainbrĂźcken. (PDF) S. 34, abgerufen am 28. Juli 2017.
cite-note-1717. â Grundschule Triefenstein in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums fĂźr Unterricht und Kultus, abgerufen am 17. November 2020.